Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebs

Die Klasse 5c zu Besuch auf dem Siebenkreuzhof

Am Dienstag, den 20.07.2010 machten wir, die Klasse 5c, zusammen mit unseren Lehrern Frau Netter und Herr Haselsteiner einen Ausflug zum Siebenkreuzhof der Familie Schnaidt in der Nähe von Rothenstein. Der Betrieb liegt genau an der Grenze zwischen Oberbayern und Mittelfranken. Seinen Namen hat der Hof von folgender Geschichte: Im Zweiten Weltkrieg wurde hier Gefangenenaustausch betrieben, bei dem es zu Mordfällen kam. Fünf Frauen, darunter zwei Schwangere, wurden ermordet und deshalb wurden für die insgesamt sieben Toten hier Kreuze aufgestellt.

Auf dem Hof angekommen, wurden wir sehr herzlich von Herrn und Frau Schnaidt, Herrn Dr. Schlee, Lehrling Daniel und der tierärztlichen Praktikantin Christine Berger begrüßt. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und konnten so alles gut sehen und viele Fragen stellen.

Zuerst gingen wir in den Rinderstall, wo nur weibliche Jungrinder gemästet werden. Jede Kuh trägt eine gelbe Erkennungsmarke, also eine Art Personalausweis, aus dem alle Daten des Tieres wie Muttertier, Herkunft oder Geburtsdatum ersichtlich werden. Die Jungtiere werden nach Gewicht und Alter geschlachtet. Wir erfuhren, dass man sich deswegen für Jungrinder entschieden hat, weil diese noch keine Milch geben und sie so weniger Arbeitsaufwand erfordern. Die Tiere erhalten eine Futtermischung aus Gras und Silomais. Der Futterbedarf eines Rindes beträgt etwa 25 kg am Tag.

Anschließend gingen wir weiter zum Getreidelager, das an den Schweinestall angebaut ist. Hier werden Wintergerste, Triticale, Futterweizen, Körnermais, Ackerbohnen und Kartoffelreste für die Schweine aufbereitet und mit Wasser zu einer Art Suppe vermischt, die dann an die Schweine computergesteuert verfüttert wird. Außer Soja, das zugekauft werden muss, werden alle anderen Futtermittel auf dem Hof selbst erzeugt.

Die etwa 1200 Ferkel sind wegen des magereren Fleischs ebenfalls alle weiblich. Mit etwa 20 Monaten werden sie von Metzgern aus der Region aufgekauft und geschlachtet.

Familie Schnaidt berichtete, dass bei der Schweinehaltung strenge Hygienevorschriften einzuhalten sind, da Schweine sehr krankheitsanfällig sind. Die Tiere brauchen etwa eine konstante Temperatur von 30° C und vertragen keine Zugluft. Die Fütterungsrohre werden regelmäßig mit Ameisensäure gereinigt, damit die Futtermittel einwandfrei sind. Ebenso wird der Stall regelmäßig desinfiziert, wenn ein Abteil leergeräumt ist.

Lustig war, dass jede Gruppe sich auf die Tierwaage stellen durfte und wir brachten zusammen immerhin mehr als eine Tonne auf die Waage.

Nachdem sich beide Gruppen wieder getroffen hatten, durften wir ein Pflanzenrätsel machen. Hier galt es Weizen, Triticale, Roggen, Mais, Ackerbohnen, Raps, Erbsen und Kamille zu erkennen.

     


Trotz der Spezialisierung hält Familie Schnaidt noch einige Hühner und Schafe. Auch viele süße Kätzchen und einen Hofhund konnten wir bewundern.

Nach einer guten Brotzeit, die Familie Schnaidt für uns vorbereitet hatte, machten wir gemeinsam noch einen Rundgang über die Felder und konnten auch die verschiedenen Bodenarten wie Lehmboden, tonigen Lehmboden oder die für den Jura bekannten Kalkscherben auf dem Boden sehen.

Abschließend berichtete Christine Berger noch kurz über ihr Tiermedizinstudium und Herr Dr. Schlee über seine Tätigkeit als Agrarreferent, so dass wir mit vielen interessanten Informationen nach einem kurzweiligen Vormittag an die Schule zurückkehrten.

Veronika Bauch und Sabrina Strauß

 

 

 

 

 

 

 

 

Betriebserkundung 2009

Durch die freundliche Einladung der Familie Schnaidt vom Siebenkreuzhof, deren Tochter die Klasse 5d besucht, konnte der theoretische Unterrichtsstoff über die Besonderheiten der ländlichen Räume in Deutschland durch den Besuch eines modernen Vollerwerbsbetriebs veranschaulicht werden.

Familie Schnaidt hatte den Besuch hervorragend vorbereitet und als Referenten auch Dr. Peter Schlee von der evangelischen Landjugend aus Pappenheim sowie zwei Praktikanten und zwei Vertreter eines Vermarktungsbetriebes, die sich in ihren Schutzanzügen präsentierten, gewonnen.

Der Vollerwerbsbetrieb umfasst eine Betriebsfläche von 137 ha und hat sich auf Schweine- und Rindermast spezialisiert. Die Futtermittel werden bis auf Soja auf den eigenen Ackerflächen hergestellt. Die verschiedenen Futtermittel wie Raps, Erbsen und Bohnen (Leguminosen), Gerste, Weizen, Tritticale, Mais und Graspellets wurden an Beispielen gezeigt und die Schüler mussten die Körner bzw. Früchte den einzelnen Sorten zuordnen.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Kinder von den strengen Hygienevorschriften, die für einen Schweinestall gelten. Der Stall darf z.B. vom Tierarzt nur betreten werden, wenn er sich vorher geduscht hat. Die Schuhe werden über eine Hygienematte, aus der beim Betreten des Stalls automatisch Desinfektionsmittel austritt, gereinigt. Interessant war auch, dass kranke Tiere in ein "Krankenzimmer" kommen und dort von Frau Schnaidt besonders betreut werden.

Beim Besuch wurde allen Schülerinnen und Schülern klar, dass Landwirtschaft auch für einen modernen Landwirt Liebe zur Natur und zu den Tieren bedeutet. So gibt es auf dem Hof natürlich zwei große Hunde, Katzen und ein paar Schafe. Ein von seiner Mutter verstoßenes Schaf, das von Frau Schnaidt mit der Flasche großgezogen worden war, zeigte sich besonders zutraulich. Auch das vier Wochen alte Kälbchen Fridolin, mit dem ein Jungrind sehr früh trächtig war, wurde von den Kindern bestaunt.

Gestärkt durch eine gute Brotzeit und um eine schöne Erfahrung reicher ging es nach zwei Stunden wieder zurück zur Schule.

Anne Netter