Nordsee-Exkursion des LK Geographie

Was haben Schafe auf einem Deich zu suchen? Was macht ein Bagger mitten in der Elbe? Und wer ist eigentlich die lange Anna? Diese und viele weitere Fragen stellte sich der Leistungskurs Geographie, und was liegt da näher, als die vielleicht „geographischste" aller Arbeitsmethoden anzuwenden, die Exkursion!

Gesagt - getan: In der zweiten Woche der Pfingstferien 2008 brachen wir also auf, um als bayerische Landratten den Norden Deutschlands mit seiner „Wasserkante" zu erkunden. Schon die fast zehnstündige Busfahrt längs durch die Republik lies uns spüren, wie fern das nördliche Ende unseres Heimatlandes doch liegt.

Das Quartier in Hamburg bot die Möglichkeit, die zweitgrößte Stadt und den größten Hafen Deutschlands kennen zu lernen. Schon am ersten Abend bezogen sich die sozialgeographischen Studien der Kursteilnehmer auf die berühmt-berüchtigte Amüsiermeile der Reeperbahn, die heute aufgrund der großen Polizeipräsenz zu den sichersten Straßen der Metropole zählt.

Nicht zuletzt das herrliche Frühlingswetter erschwerte die Entscheidung, wie man die nächsten zwei Tage verbringen könnte. Die meisten Schüler entschieden sich zunächst dafür, die Hansestadt selbst und ihre beeindruckenden Hafenanlagen zu erforschen. Besuche an der Alster, am Elbufer im Villenvorort Blankenese und in der historischen Speicherstadt ließen den erlebnisreichen Tag schnell vergehen.

Manche zog es jedoch direkt ans Meer und so lag es nahe, von Hauptbahnhof aus einen Tagesausflug auf die Insel der „Schönen und Reichen", nach Sylt, zu unternehmen. Die fast dreistündige Bahnfahrt durch die weite schleswig-holsteinische Landschaft bot vielfältige Eindrücke, zum Beispiel die Fahrt über den Nord-Ostsee-Kanal oder den Hindenburgdamm, der seit 1912 die Fahrt mit der Eisenbahn nach Sylt ermöglicht. Ein paar sonnige Stunden im Strandkorb, die Nordseewellen im Ohr, ließen Urlaubsstimmung aufkommen.

Der dritte Tag unserer Reise stand im Zeichen der einzigen Hochseeinsel Deutschlands, Helgoland. Eine bis zu 65 km/h schnelle Katamaranfähre brachte uns entlang der Unterelbe nach Cuxhaven und von dort über das offene Meer nach Helgoland. Bei wolkenlosem Wetter konnte man den roten Sandsteinfelsen schon aus 30 Kilometern Entfernung sehen. Viel zu schnell verging die Zeit bis zur Rückfahrt des Schiffes. Ist die Insel zwar nur xxx km² groß, kann man doch nicht nur ihre beeindruckende Landschaft genießen, sondern zudem viel Interessantes über ihre Entstehung, ihre Geologie oder biologische Besonderheiten erfahren. Aber auch die wechselvolle Vergangenheit des Eilands kann mit einigen Kuriositäten aufwarten: [Jahr] aus militärstrategischen Gründen von den Briten im Tausch gegen deutsche Besitzungen in Afrika erworben, nach dem letzten Krieg als Bombenabwurfplatz missbraucht, ist Helgoland heute auch als zollfreie Zone bekannt.

Am letzten Tag unserer Exkursion stand die Heimreise an; die lange Fahrt bot Gelegenheit, die vielfältigen Eindrücke zu verarbeiten. Besonders freut mich der reibungslose und entspannte Ablauf der Unternehmung, was vor allem dem Interesse und der Kooperationsbereitschaft der Kursteilnehmer zu verdanken ist. Ich denke, allen Mitreisenden wurde deutlich, wie wichtig es ist und wie schön es sein kann, Geographie nicht nur in den vier Wänden des Klassenzimmers zu betreiben, sondern „live" vor Ort zu erleben.

 

P.S.:

Was haben denn nun die Schafe auf dem Deich verloren? Was hat es mit dem Bagger in der Elbe auf sich? Und wer kennt die lange Anna? Diese Fragen kann Ihnen nun gern unser Leistungskurs Geographie beantworten. Oder Sie fahren selbst einmal in Deutschlands Norden. Es lohnt sich!

 

Dr. Michael Seitz