Support International

Patenschaft der Klassen 8a und 8b

One Heart - Jeder Mensch auf der Erde möchte glücklich sein

So könnte man das übergreifende Ziel des „Meeting Points", einer von Rose Busingye geleiteten Sozial-station im Slum von Kireka bei Kampala/Uganda umschreiben. Denn trotz der vielen AIDS-Kranken sollen die Menschen nach Roses Überzeugung dort lernen, sich nicht über ihre Krankheit zu definieren, sondern durch ihre je eigene Menschenwürde und Persönlichkeit. Mit und ohne HIV-Infektion gelte es für jeden, den Wert des Lebens neu zu entdecken.
Durch das Sammeln von Spendengeldern und die Vermittlung von Patenschaften leistet auch das private Entwicklungshilfeprojekt „Support International", ein gemeinnütziger Verein u. a. mit Sitz in Eich-stätt, einen entscheidenden Beitrag. So profitieren über den „Meeting Point" insgesamt ca. 3 000 Kinder in Uganda von Patenschaften, mit denen europäische Pateneltern hauptsächlich das Schulgeld bezahlen. Was übrig ist, steht den betroffenen Familien für Medikamente und Nahrungsmittel zur Verfügung.
Auch die Schülerinnen und Schüler des Gabrieli-Gymnasiums Eichstätt ermöglichen so seit dem Schul-jahr 2008/2009 zwei ugandischen Patenkindern den für ihr Leben und ihre Zukunftschancen so wichti-gen Schulbesuch.
Rose Busingye zu Besuch am Gabrieli-Gymnasium
Am 21. Januar 2011 konnten die Geographie-Lehrerinnen Anne Netter und Anita Dauer die Leiterin des „Meeting Points" in Kampala, Rose Busingye, an unserer Schule willkommen heißen. Zusammen mit Mauro Giacomazzi, der in Kampala ein Bildungszentrum für angehende Lehrer betreut, war Rose zu einem Pädagogikprojekt an die KU Eichstätt gekommen. Trotz des engen Terminplans nahm sie sich die Zeit, die Schülerinnen und Schüler kennenzulernen, die sich für zwei Mädchen ihrer Einrichtung durch Bezahlung des Schulgeldes für jeweils ein Jahr engagiert hatten. Obwohl in den einzelnen Klassen leider nur etwa 20 Minuten für das Kennenlernen und für Fragen zur Verfügung standen, konnten sich den-noch alle Schülerinnen und Schüler ein Bild von der großen, vom christlichen Glauben geprägten Freu-de machen, mit der Rose ihre Arbeit in Kampala leistet.


Als kleines Dankeschön für ihre Spenden erhielten die Schülerinnen und Schüler Armbändchen, die die Frauen des „Meeting Points" aus gerolltem Altpapier herstellen.


Projekttag für die achten Klassen

Organisiert von den verantwortlichen Geographie-Lehrkräften Anne Netter, Christine Lutz und Julia Prögler erlebten die achten Klassen beim Projekttag am 9. Juni, dass Entwicklungshilfe und Entwick-lungszusammenarbeit keine theoretisch-abstrakten Themen aus dem gymnasialen Geographie-Lehrplan der achten Jahrgangsstufe sind. Mit dem Entwicklungshilfeprojekt „Support International" werden Entwicklungshilfe und AIDS-Problematik am Beispiel der ugandischen Hauptstadt Kampala und der Arbeit der nichtstaatlichen Hilfsorganisation „Meeting Point" plötzlich ganz konkret.
Nachdem die Schülerinnen Larissa Marske, Sarah Franz und Melanie Biedermann (Klasse 8a) in ei-nem kurzen Referat den afrikanischen Staat Uganda in verschiedenen Bereichen vorgestellt hatten, verdeutlichte Maria Groos, die als Geschäftsführerin von „Support International" selbst schon mehr-fach in Kampala war und deshalb mit einer Vielzahl von Fotos anschaulich über die Arbeit des „Mee-ting Points" vor Ort berichten konnte, die dramatische Situation besonders der Kinder in Uganda.
Derzeit gebe es wegen AIDS, aber auch aufgrund anderer Faktoren über eine Million Waisenkinder in Uganda, berichtete Maria Groos. 150 000 Kinder und Jugendliche seien selbst HIV-positiv, entweder aufgrund der Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind oder aber eines sexuellen Miss-brauchs. Die Referentin nannte hier die sogenannten „Sugar-Daddys" - wohlhabende Männer, die sich mit Geschenken sexuelle Leistungen bei den oft mittellosen Kindern erkauften.
Durch die modernen Medikamente und die Aufklärungsaktionen der staatlichen Stellen habe sich an-dererseits die Situation bereits verbessert. So liege die durchschnittliche Lebenserwartung mittlerweile wieder bei 50 Jahren - es gab schon Zeiten, wo sie auf 42 Jahre abgesunken war. Von einem Normal-zustand sei das Land freilich noch weit entfernt. Die Referentin ging noch ausführlich auf die Ar-beitsweise des „Meeting Points" in Kampala ein, in dem unter Leitung von Rose Busingye Aidswaisen und alleinerziehende Mütter betreut werden.
Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Greater" zeigte anschließend auf eindringliche Weise das All-tagsleben der infizierten Menschen und deren Unterstützung durch den „Meeting Point". Dass die AIDS-Erkrankten als Person angenommen werden und entsprechende Wertschätzung und Liebe erfah-ren, wurde hier genauso deutlich wie die Hoffnung und Lebensfreude, die die Betroffenen durch diese Unterstützung wieder entwickeln können.



In der Pause des Projekttages nutzten etliche Schüler die Gelegenheit, Halsketten und Armbänder aus gerolltem Altpapier zu erwerben, die die Kranken zur Mitfinanzierung der besagten Hilfsorganisation angefertigt hatten. Dadurch allein konnte im Rahmen dieser Veranstaltung ein Spendenbeitrag von 150 Euro erzielt werden. Unter Leitung von Anne Netter gab es ferner noch einen gemeinsamen afri-kanischen Tanz, bei dem die Schüler selbst erleben konnten, wie sich Emotionen durch Tanzen aus-drücken lassen.

Unsere Patenkinder Anna Achiro und Joyce Nayiga
Wir möchten an dieser Stelle allen Schülern danken, die seit dem Schuljahr 2008/09 zweien der in Kampala unter Obhut des „Meeting Points" lebenden Kinder den kostenpflichtigen Schulbesuch durch eine Patenschaft ermöglichen.
Von unseren beiden Patenkindern gibt es momentan leider nur von Joyce gute Nachrichten.
Die 16-jährige Halbwaise besucht inzwischen eine High School und möchte später Journalistin oder Projekt-Planerin werden. Sie bedankt sich in jedem Brief sehr herzlich für die Unterstützung durch unse-re Schule, da ihr Vater für das Schulgeld nicht aufkommen könnte.
Von der 15-jährigen Anna, die als Vollwaise bei ihrer Tante aufwächst, erhielten wir im Juni 2011 leider schlechte Nachrichten. Sie fuhr mit ihrer Tante während der Sommerferien Anfang Juni in den Süd-Sudan, um Verwandte zu besuchen. Der Reisebus wurde dort von Rebellen überfallen und die Fahrgäste wurden verschleppt. Einigen gelang die Flucht, aber von Anna hat der Meeting Point bisher nichts mehr gehört. Aus dem Schreiben von Rose geht hervor, dass der „Meeting Point" Nachforschungen anstellt und für die gute Rückkehr von Anna betet.


Anne Netter, Christine Lutz, Julia Prögler, Wolfgang Beierl