GW 6

6. Jahrgangsstufe


Geschichte versucht, Vergangenheit zu rekonstruieren. Ihre Wissenschaftler verwenden dazu schriftliche, bildliche, gegenständliche und mündliche Quellen. Durch Ausgrabungen und Bodenfunde erforscht die Archäologie alte Kulturen.

Vor etwa zwei Millionen Jahren lebten die ersten Menschen, die zunächst als Jäger und Sammler umherzogen (Altsteinzeit), bevor sie um 10000 v. Chr. erste Siedlungen gründeten (Jungsteinzeit).

Ab dem Jahr 3000 v. Chr. entwickelte sich in Ägypten eine erste Hochkultur mit eigener Bilderschrift (Hieroglyphen), die auf Papyrus, einer grasartigen Pflanze, aufgezeichnet wurde. Ihren Gottkönigen, den Pharaonen, bauten die Ägypter gewaltige Grabmäler, die Pyramiden, z. B. die Cheops-Pyramide. Der polytheistischen Religion der Ägypter (Glaube an viele Götter) stand das monotheistische Judentum gegenüber (Glaube an einen Gott), dessen Angehörige um 1000 v. Chr. ein Reich mit der Hauptstadt Jerusalem gründeten.

Das Griechenland der Antike (ca. 1000 v. Chr. bis 500 n. Chr.) setzte sich aus vielen kleinen Stadtstaaten (polis, Mehrzahl: poleis) zusammen, deren steigende Einwohnerzahl zur Gründung von Kolonien im gesamten Mittelmeerraum führte. Zur Kultur aller Griechen gehörten die Olympischen Spiele (776 v. Chr. bis 394 n. Chr.), die Ilias und die Odyssee von Homer sowie der Glaube an eine Vielzahl von Göttern. Trotz der auch in Griechenland herrschenden Sklaverei entwickelte sich in vielen Stadtstaaten wie Athen, das im 5. Jahrhundert seine Blütezeit hatte, zunächst eine Aristokratie (Herrschaft des Adels), dann eine Demokratie (Herrschaft des Volkes). Von Alexander dem Großen wurde die Epoche des Hellenismus (griechische Kultur mit orientalischen Einflüssen) eingeleitet.

Das der Sage nach 753 v. Chr. gegründete Rom war seit der Vertreibung der Könige eine Aristokratie, in der die Patrizier (Großgrundbesitzer) die Regierung durch die beiden Konsuln und den Senat, ihrem Ratsgremium, stellten. Diese Staatsform nannten die Römer Republik (öffentliche Angelegenheit). Nur in Notzeiten wurde anstelle der Konsuln ein Diktator bestimmt. Bis zum ersten Jahrhundert v. Chr. schufen die Römer ein Reich, das den gesamten Mittelmeerraum umfasste (Imperium Romanum). Dann jedoch versank der Staat in Bürgerkriegen, die erst durch das Zeitalter des Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) beendet wurden. Mit Augustus begann die römische Kaiserzeit, die Republik hatte sich zu einer Monarchie gewandelt. Grenzanlagen wie der Limes sicherten das Weltreich nach außen. Das monotheistische Christentum, durch das Leben und Leiden von Jesus Christus begründet, wurde zunächst verfolgt, 395 n. Chr. jedoch zur Staatsreligion erhoben, der alle angehören mussten.

Mit der so genannten Völkerwanderung, dem Vordringen germanischer Stämme in das Römische Reich, begann die Dreiteilung der Mittelmeerwelt in einen römisch-germanischen Westen, das oströmische Reich mit Konstantinopel als Hauptstadt und einen Teil im Nahen Osten und in Nordafrika, der vom Islam, einer vom Propheten Mohammed gestifteten Religion, beherrscht wurde. In Gallien gelang es den germanischen Franken ein dauerhaftes Reich zu gründen. Das christliche Mönchtum des Benedikt von Nursia legte mit dem Grundsatz „Bete und arbeite!" weitere wichtige Grundlagen für das Mittelalter (ca. 500 bis 1500 n. Chr.).