Wo liegt Eichstätt?

Diese eher banale Frage nahm die Klasse 9d des Gabrieli-Gymnasiums zusammen mit Herrn Nieberle zum Anlass, eine Mathematikstunde mit Naturbeobachtungen im Freien zu verbringen. Die Antworten „In Deutschland" bzw. „In Bayern" waren aus mathematischer Sicht natürlich nicht zufriedenstellend. Nach einer kurzen Einführung in den Zusammenhang zwischen Breitengrad und Sonnenstand zogen die Schüler los. Ausgestattet mit Meterstäben galt es, den Einfallswinkel der Sonnenstrahlen gegenüber dem Erdboden zu bestimmen und daraus auf die geografische Breite Eichstätts zu schließen. Und die Schüler zeigten sich einfallsreich. Als Schattengeber musste alles Mögliche herhalten: Verkehrszeichen, Personen, der Meterstab selbst usw. Aus dem Verhältnis der Schattenlänge und der Länge des Schattengebers wurde mit einfachen trigonometrischen Rechnungen (einem Stoffgebiet dieser Jahrgangsstufe) der Sonnenstand bestimmt. Nun hatte man ein Ergebnis. Aber wie genau war es? So schloss sich im Klassenzimmer eine Diskussion über die Fehleranfälligkeit der Messungen an. Schnell stellte sich heraus, dass die Messungen nur ungenau sein konnten, da man den Sonnenstand um 12:00 Uhr Mittag Europäische Winterzeit bestimmen müsste - aber da ist ja am GG im Sommer schon Schulschluss. Zu beachten wäre auch, dass in einer Zeitzone die Mittagszeit gemittelt ist, die astronomische Ortszeit also davon differieren kann. Nach all den Bedenken einigten sich die Schüler auf eine geografische Breite von etwa 46° - ein Wert, der dem richtigen doch ganz nahe kommt. Die Homepage der Stadt Eichstätt gibt 48° 52,3´ nördliche Breite an. Auf jeden Fall waren sich die Schüler sicher, dass sie die banale Frage „Wo liegt Eichstätt?" in Zukunft etwas differenzierter beantworten werden.