Austauschmaßnahmen

Allgemeines

Wer sich den 'theoretischen Vorspann' sparen will, kommt hier direkt zu den Informationen zum Englandaustausch und zum USA-Austausch.

Die graue Theorie

Wenngleich es der naheliegende und offensichtliche Zweck jeder Austauschmaßnahme im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts zu sein scheint, die Sprache vor Ort zu erlernen und seine sprachlichen Kenntnisse zu verbessern und zu vertiefen, so ist dieser Zweck eher zweitrangig. Es wäre nämlich durchaus naiv anzunehmen, man könne in einer Woche (oder im Falle unseres Amerikaaustausches in drei Wochen) nennenswerte Fortschritte bezüglich der eigenen fremdsprachlichen Fertigkeiten erzielen. Hier ist die kontinuierliche Anstrengung im (oder möglicherweise sogar Freude am) Englischunterricht ‚zu Hause‘ von wesentlich größerer Bedeutung. Selbstverständlich wird bei Austauschfahrten die ein oder andere Vokabel neu hinzugelernt, oder - und dies ist nun durchaus nicht zu unterschätzen - der Mut zum tatsächlichen mündlichen Gebrauch der Fremdsprache wird deutlich gesteigert, dennoch wäre es vermessen, sich hier wundersame Fortschritte zu erwarten.

Hauptziel der jeweiligen Austauschmaßnahme ist also das oftmals erste Kennenlernen der fremden Kultur und Lebensart aus eigener Anschauung. Wenn dabei auch der eine oder andere sprachliche Nebeneffekt ‚abfällt‘, natürlich umso besser. Gerade jedoch das hoffentlich bereits durch den Englischunterricht in Eichstätt geweckte Interesse an der britischen oder amerikanischen Kultur soll durch die entsprechenden Austauschmaßnahmen noch weiter vertieft und gefördert werden. Auch der eine oder andere Kulturschock im Zusammenleben mit der Gastfamilie wird manchmal unausweichlich sein, ist aber ein absolut natürlicher und auch durchaus gewollter Bestandteil jeder Austauschmaßnahme. Insgesamt bieten die Austauschmaßnahmen unseren Schülern eine einzigartige Gelegenheit ihre Englischkenntnisse in ‚freier Wildbahn‘ zu erproben und insbesondere Land und Leute in England und Amerika auf ganz eigene Art und Weise zu entdecken.

Das schmerzvolle Auswahlverfahren

Dass sowohl unser England- als auch unser USA-Austausch bei den Schülerinnen und Schülern des Gabrieli-Gymnasiums außerordentlich beliebt sind, wird spätestens dann wieder offenkundig, wenn man sich Jahr für Jahr das Verhältnis von Bewerberinnen/Bewerbern und verfügbaren Austauschplätzen ansieht. Da Deutsch weder in Amerika noch in England nur annähernd den Stellenwert des Englischen bei uns hat, müssen in der Regel viele Schülerinnen und Schüler enttäuscht werden und nur eine vergleichsweise geringe Anzahl zählt zu den Glücklichen, die einen der begehrten Plätze ‚ergattern‘ können.
Da die gewählten und durchgeführten Auswahlverfahren verständlicherweise immer wieder zu Enttäuschung und Frustration führen, sei auch an dieser Stelle noch einmal in aller Ausführlichkeit dargelegt, wie schwierig dieses Verfahren jeweils ist. Allen beteiligten Lehrkräften ist bewusst, dass man es - ganz gleich wie man vorgeht - eigentlich nur ‚falsch‘ machen kann. Dennoch muss bedauerlicherweise immer wieder eine Auswahl getroffen werden. Zum besseren Verständnis für alle bereits frustrierten ehemaligen Bewerber und auch für alle hoffnungsfrohen künftigen Bewerber hier einige Punkte, die es uns, den die Austauschmaßnahmen betreuenden Lehrkräften, jedes Mal von neuem schwer machen:

1. Wie angesprochen, stehen jeweils Jahr für Jahr deutlich zu wenige Plätze zur Verfügung. Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot.

2. Die ‚Geschlechterverteilung‘ wird von unseren Austauschpartnern vorgegeben, d.h., dass beispielsweise beim Amerikaaustausch festgelegt ist, dass 7 von 20 Plätzen an Jungs zu vergeben sind. Im Verhältnis haben Schüler also eine höhere Wahrscheinlichkeit mitkommen zu können, zumal sich oftmals auch deutlich mehr Schülerinnen um Plätze bewerben als Schüler. Von kostspieligen und medizinisch riskanten Eingriffen, um diesen ‚Nachteil‘ auszugleichen, wird dennoch heftigst abgeraten!

3. Für den Englandaustausch gilt ein ‚Erstzugriffsrecht‘ der Klassenbesten.

4. Losentscheide spielen durchaus eine Rolle, können und dürfen aber nicht allein ausschlaggebend sein, da zum einen die ‚Geschlechterverteilung‘ ohnehin vorgegeben ist, und wir auch bewusst darauf achten wollen, dass alle Klassen (und beim Amerikaaustausch: beide Jahrgänge) halbwegs gerecht zum Zuge kommen.

5. Starre Regelungen hinsichtlich des Notendurchschnitts oder dass etwa jemand, der irgendwann einmal einen Verweis erhalten hat, auf keinen Fall mehr mitfahren darf, gibt es bewusst nicht. Würde man sich hier auf Vorgaben festlegen, wäre es nicht mehr möglich den Einzelfall zu berücksichtigen und genau das sehen wir als unsere pädagogische Pflicht und unseren Auftrag.

6. Alle Schülerinnen und Schüler hatten und haben durch ihr gesamtes Auftreten in der Schule stets die Möglichkeit sich besonders für die Teilnahme an einem Austausch auszuzeichnen (oder im umgekehrten Fall: sich zu disqualifizieren). Insofern ist es nur fair, dass auch die den Austausch betreuenden Lehrkräfte, die schließlich die Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler während des gesamten Austausches zu tragen haben, in Zweifelsfällen mitentscheiden. Das Zusammenstellen des jeweiligen ‚Austauschteams‘ aus Schülerinnen und Schülern kann und darf also nicht einem reinen Losverfahren unterworfen sein.

7. Absolute Gerechtigkeit wird es wohl leider, leider niemals geben, doch im Rahmen der Möglichkeiten versuchen wir unser bestes zu geben.

Ansprechpartner
Hilde Forster
Christiane Schütz-Buckl
Dr. Joachim Mathieu