Preisträger beim Wettbewerb von Stiftung Warentest

Eichstätt (bei) Das hätten sie sich nicht träumen lassen. Als die acht Schüler aus der zehnten Jahrgangsstufe am Gabrieli-Gymnasium beschlossen, an einem Wettbewerb der Stiftung Warentest teilzunehmen, tat man es aus Neugierde, Gruppengeist und Freude an der Herausforderung. Im Wissen, dass sich hier mehr als 500 Teams aus ganz Deutschland beteiligen, hat man allenfalls gehofft, wenigstens unter die ersten Hundert zu kommen. Als dann vor drei Wochen ein großes Kuvert aus der Berliner Warentestzentrale am GG eintraf, hat man dieses ein wenig ungläubig geöffnet. Dann die Sensation: Die eingereichte Arbeit rangiert im Bereich "Produkttest" auf den Plätzen eins bis drei - damit ist bereits jetzt ein Preisgeld von 1000 Euro sicher!

Mitte Juni geht es für die Eichstätter Schülergruppe in die bundesdeutsche Hauptstadt und dort erfährt man dann die genaue Platzierung. Der erste Platz würde 2000 Euro einbringen, der zweite 1500 Euro und der dritte eben 1000, aber viel wichtiger als das Geld ist das Gefühl, ganz vorne mit dabei zu sein und auch in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Test" entsprechend gewürdigt zu werden. Warum die Schüler sich bei ihrem Test gerade für Erdbeerkonfitüre entschieden haben, weiß man selbst nicht mehr so ganz genau - irgendwie kam das Thema zunächst im Spaß zur Sprache.

"Jugend testet" ist ein Wettbewerb, durch den Stiftung Warentest ein überlegtes Verbraucherverhalten bereits bei Jugendlichen herbeiführen will. Auf der Einladung vermerkte Schulleiter Adalhard Biederer "seriös und interessant" und so ging das Schreiben weiter an den Biologie- und Chemielehrer Werner Forster. Nachdem er das Projekt in seiner zehnten Klasse vorgestellt hatte, waren schnell einige Leute Feuer und Flamme und um den Organisator Leopold Diener gruppierten sich Alina Körber, Sarah Bauer, Adriana Bauer, Marie-Christin Buchta, Hannah Husemann, Anna Späth und Markus Schüller.

Nach der Wahl des Testobjekts ging es dann los, von den Herbstferien bis zu den Weihnachtsferien, meistens am Freitagnachmittag im Klassenzimmer. Es wurden die Aufgaben verteilt (wie die Besorgung der neun Konfitüren), die Testkriterien festgelegt (darunter Konsistenz und Verstreichbarkeit, das wichtigste Kriterium war natürlich der Geschmack), intensiv getestet, sogar gegen eine Ameiseninvasion aus dem der Schule benachbarten Grünstreifen gekämpft und dann der eigentliche Testbericht verfasst. Das alles, wie Werner Forster lobend hervorhob, in eigenständiger und selbstverantwortlicher Arbeit - "ich war ganz begeistert", so Forster.

Eingeschickt wurde schließlich ein auch graphisch sehr ansprechender Bericht, der den Testberichten aus der bekannten Zeitschrift ähnelt. Es gibt Zusatzinformationen (wie zu Pektin), statistische Daten über Erdbeerimporte und dann natürlich den ausführlichen Testteil. Ein Produkt wurde übrigens mit "mangelhaft" abgeschmettert, was bei Einzelbeobachtungen wie "etwas abgestandener Geruch" und "amateurhaftes Design" nicht verwundert, um vom Geschmackstest einmal ganz zu schweigen.

Testsieger mit der Endnote 1,5 wurde schließlich "Mövenpick Gourmet-Frühstück", das aber auch das zweitteuerste Produkt im ganzen Test war. Interessant ist, dass nach einer repräsentativen Umfrage in der Schule exakt diese Marmelade am häufigsten in den Haushalten vorkommt. Die Tester schwärmten hier unter anderem von dem "fruchtigen und nicht überladenen Geruch" und von der "perfekten Süße". Die teuerste Konfitüre - ein Bioprodukt - erreichte dagegen nur ein "ausreichend". Der eingereichte Testbericht schneidet hier wohl deutlich besser ab.

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